Liebe Freunde,
nun ist es wieder einmal so weit, neben den bereits bestehenden Subventionen für den Luftverkehr, d.s. rd. 12 Milliarden Euro pro Jahr, werden rund 9 Milliarden Euro als weitere Stützungsmassnahmen fällig, ob es dabei bleibt, scheint fraglich, schon stehen der Hess. Finanzminister
Boddenberg, gleichzeitig neuer AR-Vorsitzender der Fraport, in den Startlöchern um weitere Steuer-Millionen für den Fall anzufordern, dass Fraport mit Ablauf des Jahres 2010 die finanziellen Mittel ausgehen, um den zügigen Ausbau des Terminal 3 zu finanzieren.
Man könnte meinen, die Herren leben in der Vorstellung,dass das Geld vom Himmel fällt. Wir müssen uns doch darüber im klaren sein, dass der Staat selbst kein Geld hat und sich dies Euro für Euro bei seinen Bürgern, sprich Steuerzahlern, holen muss und wird.
Mit dem daraus zu erwartenden Wiederanstieg der Flugbewegung,dies zu Lasten der Bevölkerung, will der Frankfurter Bürgermeister die “Infrastruktur�? seiner Stadt aktivieren; was sind da schon Steuermilliarden, zumal der Griff in die Taschen des Bürgers ja anonym erfolgt und sich keiner dafür verantwortlich fühlen muss, wenn die eigene Tasche am nächsten ist. Eigenwohl also vor Gemeinwohl.
Man führt immer wieder gerne und auch mit genügender Lautstärke den angeblichen Nutzen des Luftverkehres ins Feld. Leider liest man in reiner Kosten-/Nutzenanalyse höchst selten, welche Schäden dieser Verkehr allein im Umfeld Rhein-/Main verursacht. Die seriöse FAZ hat die
Schäden bereits im Jahre 2013 auf rund 100 Millionen Euro p.a. beziffert, der Verkehr hat in der danach zurückgelegten Zeit noch deutlich zugenommen, man dürfte damit also an der untersten Grenze liegen.
Nun zum oft zitierten und immer wieder als Begründung angenommenen “Jobwunder�?. Nun fehlt hier zunächst einmal ein Analyse, wieviel hiervon im Bereich der Mini-Jobber mit entsprechender Aufstockung entfallen und welche “Aufstockungskosten�? diese verursachen.. Zudem ist insbesondere Fraport hier oft genug mit “Täuschungsmanövern�? aufgefallen, d. h. man hat sich lediglich “Arbeitsplatzverlagerungen als “Zuwachswunder�? anrechnen lassen. Oft genug wurden diese Aussagen dann von den als “Zeugen�? benannten Firmenleitungen selbst vor laufenden Fernsehkameras als Falschaussagen entlarvt worden. Es ließen sich noch wiederholt Täuschungen bei den Planungen anführen, Politiker haben dies hingenommen, weil man es eben so sehen wollte, ungeachtet der zweifelsohne vorhandenen Erkenntnisse,
Daneben erhebt sich die Frage, ob man dem Thema “Jobwunder�? heute noch diesen Stellenwert beimessen kann. Im Pflegebereich sind rd. 300.000 Stellen unbesetzt,. Mittelstand und Handwerk klagen über Stellen, die zur Zeit nicht besetzt werden können und da soll
ausgerechnet Faport hier der Mittelpunkt aller Problemlösungen sein ? Das scheint wohl eine Mär der selbsterfüllenden Prophezeiung.
Nun noch ein Wort zum wirtschaftlichen Erfolg: Wenn der Flugverkehr z.B. Tickets von Frankfurt nach Berlin zu 20 Euro anbieten kann, geht dieser Kunde z,B. der Bahn, die ohne Treibstoffsubventionen “normal�? kalkulieren muss, verloren. Man kann Geld nur einmal ausgeben.
Wo in diesen Fällen der “Volkswirtschaftliche Nutzen�? liegen soll, vermag sich hier mir nicht zu erschliessen.
Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Franke
