Matthias Maas: Airlines sind schuld an Flugverspätungen, nicht die Fluglotsen

MAAS: Die französischen Fluglotsen streiken häufiger. Auch die Italiener und Spanier. Nächste Woche streiken dann die Lotsen in der Schweiz. 

Diese Ausstände haben natürlich auch Auswirkungen auf die Flüge nach Deutschland. Aber sie sind sicherlich nicht die Gründe für die ganzen Verspätungen. Und heftige Gewitter im Sommer sind kein neues Phänomen.

Und wer hat dann Schuld an den vielen Flugverspätungen und Annullierungen?

MAAS: Die Fluggesellschaften selbst. Es gibt eine Statistik von der Europäischen Organisation zur Sicherung der Luftfahrt, „Eurocontrol“, die aufzeigt, dass die Flugsicherung im vergangenen Jahr für 0,9 Minuten Verspätung pro Flug, das Wetter für 0,6 Minuten Verspätung verantwortlich waren. Die Fluggesellschaften selbst hingegen haben 3,3 Minuten Verspätung pro Flug verursacht. Das zeigt: Die Airlines haben mit sich selbst zu kämpfen. Sie wollen aber von sich ablenken und schieben die Schuld lieber auf andere.

Warum?

MAAS: Wenn sie behaupten, dass das Wetter oder die Fluglotsen Schuld an den Verspätungen haben, haben die Passagiere kein Recht auf finanzielle Entschädigung. Aber wenn sie technische Probleme haben, ihre Umläufe nicht schaffen oder nicht genügend Flugzeuge oder Personal haben, müssten sie zahlen. Diese Gründe verschleiern sie deshalb lieber.

Wann können sich Fluggäste wieder auf pünktliche Flieger freuen?

MAAS: Das ist schwierig. Die Situation wird sich jetzt im Sommer eher noch weiter verstärken. Und ich gebe Ihnen Brief und Siegel: Im nächsten Jahr wird es noch schlimmer werden.

Quelle: FNP