Pressemitteilung zum Kirchentag 2017

Gestern früh hat sich ein Team aus Mainz und Frankfurt zum Kirchentag nach Berlin aufgemacht, im Gepäck die Lärmbox und der Trullo. Gemeinsam mit den Berliner Mitstreitern wurden beide Häuser aufgebaut und der Stand in den Berliner Messehallen eingerichtet. Ab heute finden Diskussionsrunden mit Akteuren aus Bürgerinitiativen gegen Verkehrslärm und Verantwortlichen aus Politik, Kirche und Theologie statt.Sigrun Neuwerth, Präses der Synode der EKBO und Prof. Dr. Frank Krüsemann sind die ersten Diskussionspartner zur Eröffnung am heutigen Tag. Uli Nissen (MdB) reist extra nach Berlin um über die Ergebnisse der Norah Studie zu berichten.  Mathias Gastel, (MdB) aus Stuttgart wird über die Zerstörung sozialer Lebensräume, besonders durch Bahnlärm, sprechen. Ministerpräsidentin Malu Dreyer wird am Samstag Nachmittag erwartet.   

Das Thema dieses Jahr lautet:  Globalisierung. Verkehr. Lärm. – Recht auf Ruhe und Stille!  

Mit der zunehmenden Globalisierung steigt die Mobilität des Menschen. Die Folge ist eine Zunahme der Treibhausgase, vermehrte Luftverunreinigung und wachsender Verkehrslärm.  Insbesondere der wachsende Flugverkehr ist im großen Maße verantwortlich für die Klimaver-änderungen, Umweltschäden, Gesundheitsgefahren und die Verschlechterung der Lebensqualität für den Menschen. Lärm und Emissionen erzeugen im Körper Stress und schaden dem menschlichen Organismus. Bleibt der Körper andauerndem Stress ausgesetzt und verliert die Möglichkeit der Rekreation, wird er krank, so Dietrich Elsner, Sprecher der BI in Mainz u. Rheinhessen.  

In der Hektik des Lebens muss Platz bleiben für Ruhe und Entspannung, Zeit für Besinnung und Rekreation. Dies ist nur möglich, wenn ein gesellschaftliches und politisches Umdenken geschieht.  Es bedarf gesetzlicher Regelungen zum Schutz des Menschen vor vermeidbarem Lärm, gesetzliche Grenzen für Emissionen von Luftschadstoffen und Lärmimmissionen.  

Das Gleiche gilt für die Einsicht, dass gerade im Blick auf das Recht auf Stille und innere Einkehr der spezifische Beitrag der Kirchen unverzichtbar ist. Als Grundrechtsträger von Art. 4,1.2.GG hat die Kirche die Möglichkeit, die grundrechtlichen Schutzgüter des Grundrechts der ungestörten Religionsausübung "auszuprägen". Zum Inhalt der Kirchentagsbotschaft "Du siehst mich" gehören substantiell die Menschenrechte betont Harald Jaensch (Pf.i.R.), Organisator des Trullo-Teams. Und zu den Menschenrechten, die es zu verteidigen gilt, gehört unverzichtbar das Recht auf ein unverlärmtes Leben, wie auch das Recht auf Ruhe und Stille.  

Für Besucher des Kichentags stehen wieder die Lärmbox und der Trullo zur Verfügung. In audiovisuellen Sequenzen von Verkehrslärm erfahren die Besucher in der Lärmbox, wie dauerhafter Lärm auf die Psyche und den Körper wirkt. Im Trullo finden gestresste Gäste, die Möglichkeit, inne zu halten und zur Ruhe zu kommen.   

Das Kirchentags-Team freut sich auf einen spannenden Kirchentag mit vielen guten Diskussionen und interessanten Gesprächsrunden mit geladenen Gästen und Besuchern am Stand.  

Bettina Appelt
Organisation